Test 11mm UWW von TTArtisan

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Test vom 11mm-Ultraweitwinkel von TTArtisan mit Z-Mount für die spiegellose Nikon. Da es keine diagonale Optik ist, treten die typischen Verformungen bei einer Landscape-Aufnahme vor allem links und rechts am Bildrand auf. So kann man in 6:4 aufnehmen und nach 4:3 schneiden. Aber wer sich so ein Teil anschafft, der mag den typischen Fischaugeneffekt dann auch. Gerade, wenn es in die Tiefe oder Höhe geht, kann er bewusst eingesetzt werden. Und schließlich will man auch den super Öffnungswinkel (wie hier von fast kompletten 180 Grad) in der Breite nutzen, interessant für Architekturaufnahmen und bei geringem Abstand. Aber nicht nur, da gibt es noch viel, was man entdecken kann. Wo gewollt, lässt sich die tonnenmäßige Verzerrung auch in Software weiter korrigieren.

In dem Preissegment darf man keine Wunder erwarten und muss mit etwas chromatischer Aberration leben. Für die meisten Zwecke aber sicherlich kein Problem, die Firma leistet meiner Meinung nach überraschend gute Arbeit und baut vor allem auch fürs Vollformat. Preiswerte Weitwinkeloptik, in Full-Frame und in Kombination mit dem Z-Mount von Nikon, ist nicht so häufig zu finden.

Das Objektiv hier gibt es aber auch für andere gängige Modelle. Da akzeptiert man dann auch die komplett manuelle Einstellung ohne elektrische Verbindung zum Body. Abseits der AI-Automatik, wo man mitunter die Meldung „Kein Objektiv gefunden“ bekommt, war das Teil schnell eingerichtet. Arbeitet bei Nikon in allen sonstigen Einstellungen, ohne in irgendeinen Menüpunkt gehen zu müssen. Man hat jetzt quasi immer „Blendenpriorität“, die man am Einstellring festlegt. In der Kamerasoftware legt man die ISO fest und lässt sich die Belichtungszeit ausrechnen.

Oder man stellt alles manuell ein. Gerade für Aufnahmen bei Nacht oder blauer Stunde. Wie gewohnt und nicht anders als bei anderen manuellen Optiken. Jetzt hat die einfache Blendenmechanik des TTArtisan sogar Vorteile für diverse Effekte. Denn die nur sieben Lamellen machen bei geringer Durchlassöffnung wieder schöne Blendensterne an Straßenlampen z.B., die man bei teuer optimierten Schließern längst nicht mehr erzielen kann, auch wenn man bis zum Bulb belichtet. Hier geht es auch mit 20s und weniger.

Der erste Eindruck nach dem Auspacken gleich recht hochwertig, weil komplett aus Aluminium, mit fühlbarem Gewicht. Und mit angenehm soften Einstellringen, nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer, die gehen wie in Öl! Neben der Blende ist der zweite Ring am Tubus noch der Fokusring. Und klar hab‘ ich den AF eigentlich schätzen gelernt und den auch auf meine eigenen Bedürfnisse beim Kit-Objektiv eingestellt. Hier muss man nun selber scharf stellen. Aber nichts Ungewohntes für denjenigen, der schon viel verschiedene Hardware getestet hat und gute alte Kameras kennt.

Ohne Kommunikation von Kamera zum Objektiv scheiden elektronische Helferlein beim Scharfstellen aus, allenfalls nutzt man noch eine digitale Lupe im Sucher, wie manchmal verfügbar. Aber bei nur 11mm Brennweite darf man die Bedenken beim Fokussieren auch wirklich zerstreuen. Denn da arbeitet im Vollformat alles über 2 Meter Abstand auf der Unendlich-Einstellung. Bei dem Teil hier ist die letzte Markierung der 1-Meter-Strich. Da kann man wenig falsch machen. Und dann gibt es auch noch die super Naheinstellgrenze von 17cm, so kann man auch gute Makroaufnahmen machen.

Mit Offenblende bei f/2.8 gehen sogar hobbymäßige Aufnahmen vom Sternhimmel. Eine halbwegs gute Lichtstärke und gleichzeitig eine möglichst große Fläche abzudecken, war mir bei der Auswahl eben auch wichtig. Der extreme Öffnungswinkel macht bei Fisheyes‘ das nach außen gewölbte Glas notwendig. Beim Testobjekt hier ist trotzdem eine kleine Streulichtblende, fest verbaut, dabei. Der Objektivdeckel geht außen drüber und steckt etwas zu leicht, Verlustgefahr ist da.

Ich bin aber insgesamt echt zufrieden, das Objektiv wird auf jeden Fall als besondere Ergänzung in der Sammlung bleiben…

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