SchwarzWeiß

Schon lange haben wir SchwarzWeiß oder besser „in Graustufen“ fotografiert. Wer aus meiner Generation stammt, der kennt das, wo man preiswerte Filme in die Kamera eingelegt hat, weil Farbfilme teuer waren, aber auch nicht die tollen Ergebnisse gebracht haben. Später ist das besser geworden.

In der heutigen Zeit nimmt man eher vollfarbig auf und produziert S/W-Aufnahmen später. Wo ich das Ausentwickeln von RAW-Aufnahmen lieber der Kamera überlasse und mir fertige JPGs oder TIFFs vom Apparat ziehe, ist es bei S/W-Aufnahmen eher so, dass die heute erst am Rechner entstehen, obwohl die Kamera vielleicht eine entsprechende Einstellung hat. Denn da hat man alle Möglichkeiten, kann entscheiden, unter welchen Parametern die Entsättigung stattfinden soll und noch divers nachbearbeiten.

In S/W geht wegen der fehlenden Färbung bei Bäumen und Laub manchmal die gewünschte Diversität verloren, da kann mit einem Retinex-Filter in Software nachgeholfen werden.

Gebäude eignen sich hervorragend. Und wo Spätherbst und Winter weniger Farben bringen, ist das nicht mehr so wichtig. Eher die Kontraste. Und der Blick wird durch die wenig belaubte Natur auf die Gebäude freigelegt.

Ist einmal der Winter da, hat man es mit einer fast schwarzweißen Vorlage zu tun. Licht und Schatten spielen dann die Hauptrolle. Da kann man sich auch mal an Motive in der Abenddämmerung wagen…

Neben ausreichend Kontrast sind auch Strukturen willkommen. Chromglänzende Oberflächen, Holzmaserung oder Malereien auf Beton machen sich da gleichermaßen gut.

Auch Schärfe und Unschärfe sind bei monochromer Darstellung fürs Auge besser zu erkennen. Gut für Motive im Nebel oder wenn man etwas mit selektiver Schärfe herausstellen will.

Außerdem ist es mitunter ein Vorteil, dass Objekte mit auffälliger Farbe in der Bildkomposition mehr untergehen und weniger störend daher kommen. Wie bunte Autos im Vordergrund zum Beispiel.

In S/W-Szenen kommt es eben auf Kontraste und Struktur an. Heutzutage sind mit entsprechender Bildbearbeitung und Software die Grenzen weit gesteckt. Und natürlich erinnert mich das auch an die Zeiten, wo ich noch in der provisorischen Dunkelkammer zu Hause SchwarzWeiß-Fotos entwickelt habe…

Swen Hopfe

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