Aufnahmen im Winter

Der Winter birgt zwei Herausforderungen. Besondere Bedingungen für die Aufnahme auf Grund der Lichtverhältnisse und der Schneebedeckung – und die rauhe Natur, welche dem Fotografen und dem Equipment zusetzt.

Deshalb fotografieren manche in der kalten Jahreszeit nur ungern. Aber es kann sich lohnen, denn Motive mit Eis und Schnee gibt es nur jetzt. Während Tau- und Gefrierphasen entstehen Eiszapfen oder Rauhreif, das find‘ ich toll. Auch Pflanzen und Wildtiere geben in dieser Jahreszeit gute Motive ab, gerade weil sie vor dem gleichmäßigen und hellen Hintergrund schneebedeckter Landschaften besonders zur Geltung kommen. Neben den Details hat die Monotonie solcher Landschaften ihren besonderen Reiz, genauso wie Schneefall vor dunklem Hintergrund.

Im Web gibt es einige Abhandlungen darüber, wie man denn schöne Winterlandschaften findet und sich nach Wetterbericht oder Wettermodellen richtet. Für mich eher nicht das Problem, denn wenn man im Mittelgebirge wohnt, dann hat man kurze Wege und das Ganze findet vor der eigenen Haustüre statt. Wir sind noch vom Winter von Dezember bis Februar geprägt. Und klar, man möchte Aufnahmen mit Neuschnee, der womöglich noch glitzert und keinen Matsch auf der Straße. Das hat was mit der Ästhetik zu tun.

Aufnahmen im Winter sind zwangsläufig oft Ton in Ton, weil verschiedene Farben kaum präsent. Damit Grau nicht die Überhand gewinnt, lohnt es sich, an einem der seltenen wolkenfreien Tage loszuziehen, um das Blau am Himmel einzufangen. Hat man die Zeit, schnappt man bei Sonne am besten den Abend ab, um etwas warme Farben ins Bild zu bringen.

Wenn es gerade schneit, gibt es technische Herausforderungen. Trotz komplexer Messung zieht der Autofokus dann mitunter die Schärfe auf die Flocken. Ist das nicht gewollt, muss man für einen scharfen Hintergrund dann manuell fokussieren. Die Automatiken moderner Kameras vermeiden leider auch nicht, dass helle Wintermotive unterbelichtet werden und zu grau erscheinen. Da kann man zwar in der Nachbearbeitung gegensteuern, aber damit einzelne dunkle Objekte oder Tiere und Menschen noch genügend Struktur haben, empfiehlt es sich hier auch, auf manuelle Einstellung zu gehen.

Einige Fotografen verwenden Schutzüberzüge über den Objektiven, um diese auch bei größerer Kälte unterwegs wechseln zu können. Bei eisigem Wetter kann es tatsächlich ein Problem sein, dass Teile der Ausrüstung einfrieren, wenn sich dort zuviel Feuchtigkeit aufgehalten hat. Ein Thema ist auf jeden Fall, dass dort, wo unterschiedliche Temperaturen herrschen, die Optiken beschlagen können. So zum Beispiel das Sucherokular, an dem beim Durchblicken das warme Gesicht anliegt. Da helfen Pausen und am Ende begrenzt man seinen Ausflug insgesamt.

In der Ausrüstung findet sich bei mir auch ein Handtuch, zum Schutz während dem Transport und für ganz verschiedene „Notfälle“. Kleidung nach dem Zwiebelprinzip und Wärme für Kopf und Füße, das sollte im Winter unbedingt sein. Handschuhe sind eine gute Idee, manch einer besitzt auch welche mit offenen Fingerspitzen. Gut, wenn man im Rucksack oder Auto notfalls Schuhe zum Wechseln mit hat.

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